Kränkungen haben ihr Gutes: Sie setzen einen ins Recht.
Wer über eine Beleidigung weint, dem werden mehrere begegnen.
An einer Verwünschung stirbt kein Elefant.
Ein Guter ließ sich einst von einem Bösen schmähn. Er trug es still und sprach: "Mög' es dir glücklich gehn! Viel schlimmer bin ich noch, als du es ausgesprochen denn besser ja als du weiß ich, was ich verbrochen."
Der Pfeil des Schimpfs kehrt auf den Mann zurück, der zu verwunden glaubt. (Tasso)
Nur die Wahrheit beleidigt.
Es hat der frech Beleidigte den Nachteil, daß die Tat ihm die Besinnung selbst der Rache raubt und daß in seiner eignen Brust ein Freund des Feindes aufsteht wider ihn, die Wut. (Eustache)
Selten hat ein Grobian Galle. (Just)
Wer mich ins Gesicht beschimpft, kann doch ein ehrbarer Mann und mein Freund sein.
L'offenseur ne pardonne pas. Der Beleidiger verzeiht nicht.
Die große Mehrzahl der Menschen geht vom Zorn zur Beleidigung über. Manche aber verfahren anders: Sie beleidigen, und dann erst erzürnen sie sich. Die überraschung, die dieses Verfahren jedesmal hervorbringt, läßt in uns das Vergeltungsgefühl gar nicht aufkommen.
Wer sich getroffen fühlt, ist gemeint.
Vielmehr ist ganz gewiß, daß jeder Vorwurf nur in dem Maße, als er trifft, verletzen kann.
Es gibt Beleidigungen, die man nicht bemerken darf, wenn man sich in der Gesellschaft behaupten will.
Entweder ist es ein Mächtigerer, der dich beleidigt hat, oder ein Schwächerer. Ist er schwächer, so schone ihn, ist er mächtiger, so schone dich!
Der Löwe sieht sich nicht um, wenn ihn ein Hündchen ankläfft.
Es gibt kein sichereres Merkmal der Größe, als kränkende oder beleidigende äußerungen unbeachtet hingehen zu lassen, indem man sie eben wie unzählige andere Irrtümer der schwachen Erkenntnis des Redenden ohne weiteres zuschreibt und sie daher bloß wahrnimmt, ohne sie zu empfinden.
Alle Beleidigungen, gnädigster Herr, kommen vom Herzen. (Williams)
Kränkungen der Menschen muß man betrachten, als ob sie nicht (wie sie eigentlich auch ja nur selten sind) von ihrem Willen abhängig wären. Dann werden sie gar nicht oder doch nur halb verletzen. Die Natur verletzt nie.
über große Demütigungen trösten wir uns selten. Wir vergessen sie.
Selbst der entschlossene Mann hat es nicht in seiner Gewalt, jede Beleidigung von sich fernzuhalten. Soviel aber vermag er: Verhindern, daß man sich lange rühme, ihn beleidigt zu haben.
Wer lebt, der nicht gekränkt ist oder kränkt? (Apermantus)