Was die Menschen überhaupt betrifft, so tu ihnen nur soviel Gefälligkeiten, als du kannst, ohne Dank von ihnen zu erwarten. Im einzelnen hat man alsdann manchen Verdruß, im ganzen bleibt immer ein gutes Verhältnis.
Wer nicht Undank leiden kann, ist der Welt ein unnützer Mann.
Der Lohn einer guten Handlung liegt darin, daß man sie vollbracht hat.
Es ist besser, sich der Undankbarkeit auszusetzen, als Unglücklichen Unrecht zu tun.
Es wird keiner sein, der sich nicht über einen Undankbaren zu beschweren hätte. Es wäre aber nicht möglich, daß sich alle beschwerten, wenn man sich nicht über alle zu beschweren hätte. Folglich sind alle undankbar.
Begegnet uns jemand, der uns Dank schuldig ist, gleich fällt es uns ein. Wie oft können wir jemand begegnen, dem wir Dank schuldig sind, ohne daran zu denken.
Den Undank ans Licht ziehen geht nicht ohne Beschämung ab denn die Klage über eine verlorene Wohltat ist ein Beweis, daß es beim Geben gefehlt hat. Soviel wie möglich müssen wir den Undankbaren bei uns selbst verteidigen.
Undank ist ein arger Gast, aber an den angetanen Liebesdienst den Freund zu mahnen, ist so arg wie Undank fast.
Verpflichtungen, welche Freundschaft und Liebe auferlegen, sind zu heilig, als daß man, wenn die Gelegenheiten zum Dank sich nicht von selbst darbieten, ihnen nachjagen dürfte.
Die Welt ist undankbar, sagen viele. Ich habe noch nicht gefunden, daß sie undankbar sei, wenn man auf die rechte Art etwas für sie zu tun weiß.
Leider läßt sich eine wahrhafte Dankbarkeit mit Worten nicht ausdrücken.
Undankbaren erweise nichts Gutes. Wie auf felsigem Boden der Samen verloren ist, so ist auch an undankbaren Menschen das Gute verloren.
Er übt allein, was alle andern einzeln nur verüben, er lügt, er raubt, betrügt, schwört falsche Eide, verrät und tötet! - Undank. (Sappho)
Wer treulos sich des Dankes will entschlagen, dem fehlt des Lügners freche Stirne nicht. (Burgund)
Undank gräbt tiefer als des Totengräbers Spaten. (Rudolf)
Erwarte keine Dankbarkeit, wenn Du einem Menschen Gutes tust: Du hast seine Schwächen aufgedeckt.
Das Gefühl schuldiger Dankbarkeit ist eine Last, die nur starke Seelen zu ertragen vermögen.
Einem warf ich im Schiffbruch ein Brett zu. Vom Tode gerettet, sprach er: "Was kostet das Brett? Dankbar bezahl' ich das Holz! "
Nichts zieht den Undank so unausbleiblich nach sich als Gefälligkeiten, für die kein Dank zu groß wäre. (Marwood)
Ich weiß wohl, daß man dem das Mögliche nicht dankt, von dem man das Unmögliche gefordert hat.
Jemandem große Verbindlichkeiten schuldig sein, hat nichts Unangenehmes denn die Dankbarkeit ist eine süsse Pflicht. Nur kleine Verpflichtungen sind quälend.