Der getretene Wurm krümmt sich. So ist es klug. Er verringert damit die Wahrscheinlichkeit, von neuem getreten zu werden. In der Sprache der Moral: Demut.
Woher sollen die Menschen, denen gesagt wurde, sie seien Ebenbilder Gottes, ihre Demut nehmen?
Alle Wege bahnen sich vor mir, weil ich in der Demut wandle.
Demut ist eigentlich nichts anderes als eine Vergleichung seines Wertes mit der moralischen Vollkommenheit.
Wer sich zum Schafe macht, den fressen die Wölfe.
O zahme, schimpfliche, verhaßte Demut! Die Kunst des Raufers trägt den Sieg davon. (Mercutio)
Ich habe nie davon gehört oder gelesen, daß humilitas oder tapeinosis bei den Alten unter die Tugenden gerechnet worden wären. Demut ist der erste Schritt zur Niederträchtigkeit.
Die Demut ist oft nichts anderes als eine vorgespiegelte Unterwerfung, um andere zu unterwerfen: Es ist ein Kunstgriff des Stolzes, der sich erniedrigt, um zu erhöhen.
Manche Menschen machen sich vor anderen so klein wie möglich, um größer als diese zu bleiben.
Rechte Demut weiß nimmer, daß sie demütig ist denn wo sie es wüßte, so würde sie hochmütig.
Demut ist, wenn jemand ohne Verlangen, hochgeachtet zu werden, seine Unvollkommenheit erkennt.
Den Stolz hat Gott noch stets vernichtet und Demut immer aufgerichtet.
Demut ist Unverwundbarkeit.
Die Demut ehre du, und zu der Demut Ehren sei gegen Stolze stolz, um Demut sie zu lehren.
Im Frieden kann so wohl nichts einen Mann als Demut und bescheidne Stille kleiden. (König Heinrich)