Großmut möchtest du üben, du möchtest verschwenden, doch leider hat dir, klagst du, das Glück neidisch die Mittel versagt. Wirb um Kenntnis und Weisheit, so kannst du alle, die darben, reicher machen und wirst selber nicht ärmer dadurch.
Der Mensch ist bisweilen bei wenigem Geld viel freigebiger als bei vielem vielleicht, weil er nicht für arm gehalten werden will.
Viele, die über Ablaßkrämerei in der katholischen Kirche lachen, üben sie doch täglich selbst. Wie mancher Mann von schlechtem Herzen glaubt sich mit dem Himmel ausgesöhnt, wenn er Almosen gibt.
Wer wird einem Bettler soviel geben? Und ihm noch dazu die Erniedrigung, es erbettelt zu haben, zu ersparen suchen? Den Mildtätigen, der den Bettler aus Großmut verkennen will, verkennt der Bettler wieder. (Franziska)
Freigebigkeit ist eine Tugend, die dem Mann ziemt, und Festhalten ist die Tugend eines Weibes.
Denn der Anblick des Gebers ist, wie die Gaben, erfreulich.
Der Wille und nicht die Gabe macht den Geber. (Klosterbruder)
Nicht darauf kommt es an, daß man ein argloses Menschenkind mit Schätzen überhäuft, als vielmehr einzig nur darauf, daß man seinen oft recht bescheidenen Wunsch erfüllt.
Wer den Armen gibt, dem wird es nicht mangeln.
Die Wohltat hab ich empfangen, die Freiheit ist mir entgangen.
Gott gibt und erinnert uns nicht dauernd daran. Die Welt gibt und erinnert und unaufhörlich.
Gibst du fremden Hunden Brot, werden dich bald deine eigenen fressen.
Wer alles gleich gewährt aus Gunst, der Herr kennt nicht des Schenkens Kunst.
In Not gegeben, ist doppelt gegeben.
Die sogenannte Freigebigkeit ist meistens nur die Eitelkeit des Schenkens.
Freigebigkeit ist bei Reichen oft nur eine Art Schüchternheit.
Wenn alle Almosen nur aus Mitleid gegeben würden, so wären die Bettler allesamt verhungert.
Man liebt einen andern nicht, wenn man nichts von ihm annimmt.
Wer von mir nichts annehmen will, wenn er's bedarf und ich's habe, der will mir auch nichts geben, wenn er's hat und ich's bedarf. (Werner)