Sollte jede Torheit, die im angenommenen Glauben der Nationen herrscht, auch durchgängig geübt werden, welch ein Unglück! Nun aber werden die meisten geglaubt und nicht befolgt, und dies Mittelding toter überzeugung heißt eben auf der Erde Glauben.
Es gibt keine andere Offenbarung als die Gedanken der Weisen.
Die Geschichte des guten Jesus hab ich nun so satt, daß ich sie von keinem als allenfalls von ihm selbst hören möchte.
Ich sehe nicht ein, warum es schwieriger sein sollte, die Auferstehung des Fleisches, die Empfängnis der Jungfrau zu glauben als die Schöpfung.
Der Gott, den ich anbete, ist nicht ein Gott der Finsternis er hat mir den Verstand nicht gegeben, um mir den Gebrauch desselben zu untersagen. Von mir verlangen, meine Vernunft gefangen zu geben, heißt ihren Schöpfer beleidigen.
Den ägyptern würde es nicht erlaubt gewesen sein, ihren Gott Apis zu verzehren. Nur die Christen behandeln den Beherrscher des Universums so.
Du hältst das Evangelium, wie es steht, für die göttliche Wahrheit. Mich würde eine vernehmliche Stimme vom Himmel nicht überzeugen, daß das Wasser brennt und das Feuer löscht, daß ein Weib ohne Mann gebiert und daß ein Toter aufersteht. Vielmehr halte ich dieses für Lästerungen gegen den großen Gott und seine Offenbarung in der Natur.
Laßt euch nur einmal eine Offenbarung aufbürden, und man wird euch bald soviel Unsinn offenbaren, daß ihr vor Angst in der Nacht den Großen Bär und am Tage die Sonne nicht finden könnt.
Der Glaube einer gottesdienstlichen Religion ist ein Fron- und Lohnglaube (fides mercenaria, servilis) und kann nicht für den seligmachenden angesehen werden, weil er nicht moralisch ist. Dieser muß ein freier, auf lauter Herzensgesinnungen gegründeter Glaube (fides ingenua) sein.
Das Ziel der Philosophie ist einzig und allein die Wahrheit, das Ziel des Glaubens einzig und allein Gehorsam und Frömmigkeit.
Es wachsen Glaub und Unschuld nur am Baume der Kindheit noch jedoch sie währen nicht.
Daß kein Christ jetzt Wunder tut, macht, der Glaub ist nicht recht gut. Drum ist rechter Glaub jetzunder für sich selbst ein großes Wunder.
Man merkt wie gegen Gott der Glaube sei bestellt aus dem, wie Glaub' und Treu' man seinem Nächsten hält.
Bist du schon gut, weil du gläubig bist? Der Teufel ist sicher kein Atheist.
Nur der Glaube aller stärkt den Glauben. Wo Tausende anbeten und verehren, da wird die Glut zur Flamme. (Maria)
Sinnlich beginnt der Mensch, dann denkt er, endlich glaubt er.
Besser glauben als grübeln.
Glaube nennt man die Angewöhnung geistiger Grundsätze ohne Gründe.
Eine Jungfrau, ein Auge und der Glaube lassen nicht mit sich scherzen.
Der Glaube ist nimmermehr stärker und herrlicher, denn wenn die Trübsal und Anfechtung am größten sind.
Glaube ohne Liebe ist nichts wert.
Begreifst du aber, wieviel andächtig Schwärmen leichter als gut handeln ist? Wie gern der schlaffste Mensch andächtig schwärmt, um nur - ist er zuzeiten sich schon der Absicht deutlich nicht bewußt - um nur gut handeln nicht zu dürfen? (Nathan)
Der Ungläubige täuscht sich über das jenseitige, der Gläubige über das diesseitige Leben.
Der Glaube ist ein häuslich heimlich Kapital, wie es öffentliche Spar- und Hülfskassen gibt, woraus man in Tagen der Not einzelnen ihr Bedürfnis reicht. Hier nimmt der Gläubige sich seine Zinsen im stillen selbst.
Der Glückliche bedarf des Glaubens, um nicht übermütig zu werden, der Nichtglückliche aber als Halt und der Unglückliche, um nicht zu erliegen.
Zwar hat der Glaube bisher noch keine wirklichen Berge versetzen können, obschon dies, ich weiß nicht wer, behauptet hat. Aber er vermag Berge dorthin zu setzen, wo keine sind.
Berge versetzt der Glaube. Jawohl! Die schweren Probleme löset der Glaube nicht auf, sondern verschiebet sie nur.
Der Kritizismus kann dich zum Philosophen machen, aber nur der Glaube zum Apostel.
Nur der Glaube hat alles Mächtige geschaffen, was je entstand. Für einen guten Beweis finden sich Advokaten genug, aber keine Märtyrer.
Dem Menschen einen Glauben schenken, heißt seine Kraft verzehnfachen.
Wo Nichtwissen Seligkeit, ist es Torheit, klug zu sein.
Zum Glauben geht der Weg über den Unglauben.
Der Glaube zieht alle Transzendenz zur Wirklichkeit herab.
Wer in göttlichen Dingen nichts glaubt, als was er mit seinem Verstande ausmessen kann, verkleinert die Idee von Gott.
Dich vermag aus Glaubensketten der Verstand allein zu retten.
Glauben und Wissen verhalten sich wie die zwei Schalen einer Waage: In dem Maße, als die eine steigt, sinkt die andere.
Glauben ist leichter als Denken.
Glaube an dich selbst, Mensch, glaube an den inneren Sinn deines Wesens, so glaubst du an Gott und an die Unsterblichkeit!
Unser Glaube hängt mehr von unserem Charakter als von unserer Einsicht ab. Nicht alle, die sich über die Auguren lustig machen, haben mehr Geist als die, die an sie glauben.
An das Göttliche glauben die allein, die es selber sind.
Der Glaube ist nicht jedermanns Ding.
Wer es glaubt, dem ist das Heil'ge nah.
Heute weiß ich, daß Glauben nicht ist als das Hineinleben in die göttliche Welt.
Glaube ist Liebe zum Unsichtbaren, Vertrauen aufs Unmögliche, Unwahrscheinliche.