Ein Mensch irrt in den entscheidenden Dingen seines Lebens entweder immer oder nie.
Auch eine schädliche Wahrheit ist nützlich, weil sie nur Augenblicke schädlich sein kann und alsdann zu andern Wahrheiten führt, die immer nützlich und sehr nützlich werden müssen. Umgekehrt ist ein nützlicher Irrtum schädlich, weil er es nur augenblicklich sein kann und in andre Irrtümer verleitet, die immer schädlicher werden.
In Täuschung lebt' ich manche Jahre und brach zur Wahrheit spät mir Bahn nur wandelt jetzt die Furcht mich an, ob ich dabei viel besser fahre!
Die Engländer mögen keinen Mann, der immer behauptet, daß er recht hat, und sie sind ganz vernarrt in einen Mann, der zugibt, daß er unrecht hatte. (Lord Goring)
Auf einen Irrtum aufmerksam gemacht, geht der Weise schweigend in sich, der Schlaue sucht eine Ausrede und der Narr beschönigt ihn.
Einen Wahn verlieren macht weiser als eine Wahrheit finden.
Der Irrtum kann nur durch das Irren geheilt werden.
Irrend lernt man.
Irrtum bedeutet Finsternis für den Geist und eine Falle für die Tugend.
Es gibt keine Wahrheit, die in einem Flachkopf nicht zum Irrtum werden könnte.
Es gibt keine reine Wahrheit, aber ebensowenig einen reinen Irrtum.
Weil niemand Zweck und Ziel seines Daseins kennt, vielmehr das Geheimnis desselben von höchster Hand verborgen wird, so tastet er nur, greift zu, läßt fahren, steht stille, bewegt sich, zaudert und übereilt sich.
In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.
Niemand will seiner Irrtümer wegen bedauert werden.
Das sind die Weisen, die durch Irrtum zur Wahrheit reisen. Die bei dem Irrtum verharren, das sind die Narren.
Jeder Mensch kann irren. Im Irrtum verharren jedoch wird nur der Tor.
Nur der Betrug entehrt, der Irrtum nie.
Die Irrtümer des Menschen machen ihn eigentlich liebenswürdig.
Nur der Irrtum ist das Leben, und das Wissen ist der Tod.
Der Irrtum verhält sich gegen das Wahre wie der Schlaf gegen das Wachen. Ich habe bemerkt, daß man aus dem Irren sich wie erquickt wieder zu dem Wahren hinwende.
Fremde Kinder lieben wir nie so sehr als die eigenen. Irrtum, das eigene Kind, ist uns dem Herzen so nah.
Die Menschheit läßt sich keinen Irrtum nehmen, der ihr nützt. Sie würde an Unsterblichkeit glauben, und wenn sie das Gegenteil wüßte.
Den individuellen Irrtum muß, wer ihn hegt, einmal büßen und oft teuer bezahlen. Dasselbe wird im Großen von gemeinsamen Irrtümern ganzer Völker gelten. Daher kann nicht zu oft wiederholt werden, daß jeder Irrtum, wo man ihn auch antreffe, als ein Feind der Menschheit zu verfolgen und auszurotten ist und daß es keine privilegierten oder sanktionierten Irrtümer geben kann.
Die größten Tragödien in der Welt und im Leben des einzelnen entspringen Mißverständnissen.
Niemand irrt nur für sich allein, sondern er ist auch Ursache und Urheber fremden Irrtums.
Es gibt für uns noch einen anderen Ursprung des Irrtums, nämlich die Krankheiten. Sie verderben uns Urteil und Sinn.
Der Grund, weshalb wir uns über die Welt täuschen, liegt sehr oft darin, daß wir uns über uns selbst täuschen.
Die Natur hat uns zwar viele Kenntnisse versagt, sie läßt uns über so manches in einer unvermeidlichen Unwissenheit, aber den Irrtum verursacht sie doch nicht. Zu diesem verleitet uns unser eigener Hang, zu urteilen und zu entscheiden auch da, wo wir wegen unserer Begrenztheit zu urteilen und zu entscheiden nicht vermögend sind.
Es gibt Menschen, die gar nicht irren, weil sie sich nichts Vernünftiges vorsetzen.
Das einzige Mittel, den Irrtum zu vermeiden, ist die Unwissenheit.
Inferiore Geister können sich freilich keine eigenen Irrtümer leisten denn sie sind unfähig, auch nur Falsches zu erfinden. Dagegen werden sie, ohne es zu wissen, stets von den Irrtümern anderer mitgerissen.
Ein Irrtum bekämpft den anderen jeder bekämpft seinen Widersacher, und die Wahrheit springt hervor.
Wenn weise Männer nicht irrten, müßten die Narren verzweifeln.
Verständige Leute kannst du irren sehn, in Sachen nämlich, die sie nicht verstehn.
Jeder Wissende irrt sich, und jedes edle Pferd stolpert.