Je mehr Einsicht man hat, desto mehr Größe und Niedrigkeit entdeckt man im Menschen.
In jedem Menschen sind zu jeder Stunde gleichzeitig zwei Begehren mächtig, das eine nach Gott, das andere nach Satan. Der Ruf nach Gott, die Geistigkeit, ist ein Wunsch, emporzusteigen, der nach Satan, der tierische Trieb, die Lust zu sinken.
Zwei Menschen sind in mir: Der eine will, was Gott, der andere, was die Welt, der Teufel und der Tod.
Ihr seid nicht ausgeartet meine Kinder! Seid arbeitsam und faul und grausam mild, freigiebig geizig! Gleichet alle euern Schicksals Brüdern, gleichet den Tieren und den Göttern.
Nimmst du die Menschen für schlecht, du kannst dich verrechnen, o Weltmann. Schwärmer, wie bist du getäuscht, nimmst du die Menschen für gut.
Denn er ist hold, bemüht man sich um ihn. Er hat des Mitleids Trän' und eine Hand, so offen wie der Tag der weichen Milde. Jedoch, wenn er gereizt, ist er von Stein, so launisch wie der Winter und so plötzlich wie eisige Winde beim Beginn des Tags. (König Heinrich)
Das größte Wunderding ist doch der Mensch allein: Er kann, nachdem er's macht, Gott oder Teufel sein.
Es ist nicht Hand, nicht Fuß, nicht Arm noch Antlitz noch ein ander Teil dem Menschen eigen. (Julia)
Du kamst, du gingst mit leiser Spur, ein flüchtger Gast im Erdenland. Woher? Wohin? Wir wissen nur: Aus Gottes Hand in Gottes Hand.
We are such stuff as dreams are made on, and our little life is rounded with a sleep. (Prospero)
Wie der Mensch das Pfuschen so liebt! Fast glaub ich dem Mythus, der mir erzählet, ich sei selbst ein verpfuschtes Geschöpf.
Der Mensch ist, ich gesteh' es Euch, ein böses Lebenwesen.
So eingeschränkt er ist, hält er doch immer im Herzen das süße Gefühl der Freiheit und daß er diesen Kerker verlassen kann, wann er will.
Bin ich der Flüchtling nicht? Der Unbehauste? Der Unmensch ohne Zweck und Ruh, der wie ein Wassersturz von Fels zu Felsen brauste, begierig wütend, nach dem Abgrund zu? (Faust)
Mensch, du armer Lebengehetzter, ewig hoffender, ewig getäuschter Tantalus.
Du bist Erde und sollst zu Erde werden.
Was ist der Mensch? Jedenfalls nicht das, was er sich einbildet zu sein, nämlich die Krone der Schöpfung.
Wenn ich mich im Zusammenhang des Universums betrachte, was bin ich?
Ich glaube an ein jenseitiges Ich, von dem unser diesseitiges Ich nur ein schwaches Bild ist.
Der Mensch ist nur ein Schilfrohr, das schwächste in der Natur. Aber ein Schilfrohr, das denkt.
Der Mensch, das Individuum, ist Gottes Einfalt, ist einfältig gewordene Gottheit.