Prestige nennt man die Daumenschrauben, die man auch einer Weltmacht anlegen kann.
Was fremde Hilfe sei, das fühlst du, Land, allhier: Die Hilfe half sich selbst das Fremde ließ man dir.
Zwischen Staaten gibt es keine Freundschaft, sondern nur Allianzen.
Der Vertrag ist ein System, unter dem die Treuen immer gebunden, die Treulosen immer frei sind.
Konferenzen sind die Bremsspuren der Geschichte.
Man muß sich von einem politischen Gegner nicht unbedingt mit einem Fußtritt verabschieden, wenn man es mit einem Händedruck tun kann.
Was mich an unserem politischen Be trieb in der Bundesrepublik am meisten niederdrückt, ist die Verarmung der Sprache.
Geduld ist eine Grundtugend der Politik - solange man sie nicht mit der Ausdauer verwechselt, Fehlschläge in unbegrenzter Zahl hinzunehmen.
In der Politik ist es wie im Gebirge. Man muß wegen der Abgründe Wendungen machen, die man in Ebenen nicht nötig hat.
Meine Gegner werfen mir vor, ich stelle die Segel nach dem Winde. Darin besteht ja gerade die Kunst des Segelns!
Grundsätze, Freund, Prinzipien sind's, die den Staatsmann führen, sie geben Haltung, hält man sie, und lassen sich ignorieren.
Die Aufgabe der Politik liegt in der möglichst richtigen Voraussicht dessen, was andere Leute unter gegebenen Umständen tun werden.
In der Politik ist es manchmal wie bei der Grammatik. Ein Fehler, den alle begehen, wird schließlich als Regel anerkannt.
Es mag fünfzig Jahre dauern, bis politische Mißgriffe offenkundig werden und ihre letzten Konsequenzen tragen, aber schließlich legt die Geschichte Rechnung für jeden Fehler vor, und sie ist peinlicher dabei als unsere preußische Oberrechnungskammer.
Politik, segt de Bûr, ist anners seggen as dôn.
Auf dem Gebiet, das die größte Nüchternheit verlangt - nämlich in der Politik -, pflegen sich die größten Leidenschaften auszutoben.
Es ist das in der Politik immer so, als wenn man mit unbekannten Leuten in einem unbekannten Lande geht. Wenn der eine seine Hand in die Tasche steckt, so zieht der andere seinen Revolver schon.
Das Recht muß nie der Politik, wohl aber die Politik jederzeit dem Rechte angepaßt werden. Alle Politik muß ihr Knie vor dem Rechte beugen.
Tatsächlich und normalerweise gelten neun Zehntel der politischen Tätigkeit den wirtschaftlichen Aufgaben des Augenblicks, der Rest den wirtschaftlichen Aufgaben der Zukunft.
Beschäft'ge stets die schwindlichten Gemüter mit fremdem Zwist, daß Wirken in der Ferne das Angedenken voriger Tage banne! (König Heinrich)
Divide et impera! Entzweie und herrsche!
Wenn man der Masse schmeicheln will, nennt man sie Volk. Wenn man das Volk regieren will, betrachtet man es als Masse.
Wenn dem Lamm der Löwe liebkost, so hört das Lamm nie auf, ihm nachzugehn. (König Heinrich)
Der Staatsmann muß die Dinge rechtzeitig herannahen sehen und sich darauf einrichten. Versäumt er das, so kommt er mit seinen Maßregeln meist zu spät.
In der Politik soll man weniger versuchen, neue Gelegenheit zu schaffen, als die sich bietenden zu nutzen.