Macht uns nicht die Tugend glücklich, und ist tugendhaft handeln und vernünftig handeln nicht einerlei?
Sie habe gefunden, daß die Gefahren, die man für ihr Geschlecht befürchte, nur eingebildet seien, und daß die Ehre eines Weibes, selbst unter Straßenräubern, nur bei Schwäche des Herzens und der Grundsätze Gefahr laufe.
Der ausgelassenste Bube ist zu verzagt, uns etwas Beschimpfendes zuzumuten, wenn wir ihm nicht selbst ermunternd entgegengehn. (Lady)
O prahle mit deiner Tugend nicht! Das Sündigen wird dir sauer. Wer keine Beine zum Gehen hat, der springt nicht über die Mauer.
Prüderie ist Prätension auf Unschuld, ohne Unschuld.
Himmel, welch eine Pein sie fühlt! Sie hat so viel Tugend immer gesprochen, daß ihr nun kein Verführer mehr naht.
Die Tugenden sind der Frauen Spielzeug.
Ein schönes Weib ohne Zucht ist wie eine Sau mit einem goldenen Haarband.
Eine tugenhafte Frau hat im Herzen eine Fiber mehr oder weniger als die anderen. Sie ist entweder dumm oder erhaben.
Est verecundia pudicitiae comes. Die Schamhaftigkeit ist eine Begleiterin der Keuschheit.
Du bist, du Heilige, Vor jedem Zutritt mit diamantnem Gürtel angetan. Auch selbst der Glückliche, den du empfängst, entläßt dich schuldlos noch und rein, und alles, was sich dir nahet, ist Amphitryon. (Jupiter)
Wer von der Arbeit müde, läßt gern den Mädchen Friede.
Ich will eher zwanzig treulose Turteltauben finden als einen züchtigen Mann. (Frau Page)
Man darf das nicht vor keuschen Ohren nennen, was keusche Herzen nicht entbehren können. (Mephistopheles)
Sieh, dort die ziere Dame! Ihr Antlitz weissagt Schnee in ihrem Schoß. Sie spreizt sich tugendlich und dreht sich weg, hört sie die Lust nur nennen. Und doch sind Iltis nicht und hitzige Stute so ungestüm in ihrer Brunst. Vom Gürtel nieder sind's Centauren. (Lear)
Nichts weiß ein liebend Mädchen bis sie weiß, allein das Unerreichte steh' im Preis daß nie, erhört, das Glück so groß im Minnen, als wenn Begier noch fleht, um zu gewinnen. (Cressida)
Fraun sind Engel stets, geworben. (Cressida)
Sie hielt sich fern und angelte nach mir und schürte meine Glut durch Sprödigkeit, wie jede Hemmung in der Liebe Bahn die Liebe nur entflammt. (Bertram)
Die Frauen nähern sich uns durch Ausweichen.
Die Unnahbarkeit der Frauen ist ein Kleid und eine Schminke, die sie ihrer Schönheit hinzufügen.
Völlige Sprödigkeit ohne Abneigung ist bei Frauen unmöglich.
Nichts ist so tugendhaft wie das Ohr einer verlassenen Frau.
Verzweifelt nicht, ihr Jünglinge, wenn eure Mädchen spröde sind! Niemals hat noch die Kälte der mütterlichen Lehren ein weibliches Herz so zu Eise gehärtet, daß es der alles erwärmende Hauch der Liebe nicht hätte zerschmelzen sollen.
Die meisten sittsamen Frauen sind verborgene Schätze, die nur in Sicherheit sind, weil man nicht nach ihnen sucht.
Die Sittsamkeit der Frauen ist oft Liebe zu ihrem Ruf und zu ihrer Ruhe.
Nicht immer sind es Mut und Keuschheit, die die Männer mutig machen und die Weiber keusch.
Junge Frauen, die nicht kokett, und alte Männer, die nicht lächerlich erscheinen wollen, dürfen von der Liebe niemals so reden, als ob sie daran beteiligt sein könnten.
Ehrbarkeit mit Schönheit gepaart ist wie eine Honigbrühe über Zucker. (Probstein)
Sittsamkeit, die Seele Eurer Züge, wird Euch auch immer schön erhalten. (Herzog)