Glücklich, wer mit den Verhältnissen zu brechen versteht, ehe sie ihn gebrochen haben.
Wer neue Heilmittel scheut, muß alte übel dulden.
Die Zeit verschiebt nicht nur die Zwekke, auch andre Mittel fordert sie.
Alle unsere endgültigen Entschlüsse werden in einem sehr vergänglichen Gemütszustand gefaßt.
Das Schlimmste an der Wohlstandsgesellschaft ist die Wegwerf-Mentalität. Die erstreckt sich schließlich auch auf menschliche Bindungen - auf Liebe, Freundschaft und Vertrauen.
Weil die meisten Menschen selbst formlos sind, weil sie sich und ihrem Wesen selbst keine Gestalt geben können, so arbeiten sie, den Gegenständen ihre Gestalt zu nehmen, damit ja alles loser und lockerer Stoff werde.
Tempora mutantur et nos mutamur in illis. Die Zeiten ändern sich und wir uns in ihnen.
So wie wir ein Paar Hosen verwachsen, so verwachsen wir Umgang, Bibliotheken, Grundsätze und dergleichen.
Die Zeit ist eine geräuschlose Feile.
Ein Deutscher braucht nicht alt zu werden, und er findet sich von Schülern verlassen. Es wachsen ihm keine Geistesgenossen nach. Jeder, der sich fühlt, fängt von vorn an.
Wer auf die Welt kommt, baut ein neues Haus. Er geht und läßt es einem zweiten der wird sich's anders zubereiten, und niemand baut es aus.
"Sag nur, warum du in manchem Falle so ganz untröstlich bist?" Die Menschen bemühen sich alle umzutun, was getan ist.
Ein jeder Wechsel schreckt den Glücklichen. Wo kein Gewinn zu hoffen, droht Verlust. (Don Manuel)
Variatio delectat. Abwechslung erfreut.
Unsre stolz auftürmenden Paläste, unsrer Städte majestät'sche Pracht ruhen all' auf modernden Gebeinen deine Nelken saugen süßen Duft aus Verwesung deine Quellen weinen aus dem Becken einer Menschengruft.
Die Ruinen des einen braucht die allzeit wirksame Natur zu dem Leben des andern.
Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen. (Attinghausen)