Grusskarten Kopfbild

Zitat Grusskarten: b-begraebnis

Seite 0 Zur Kartenübersicht Seite 0
begraebnis-018
O weiser Brauch der Alten, das Vollkommne, das ernst und langsam die Natur geknüpft, des Menschenbilds erhabne Würde, gleich wenn sich der Geist, der wirkende, getrennt, durch reiner Flammen Tätigkeit zu lösen! Und wenn die Glut mit tausend Gipfeln sich zum Himmel hob und zwischen Dampf und Wolken, des Adlers Fittich deutend, sich bewegte, da trocknete die Träne, freier Blick der Hinterlaßnen stieg dem neuen Gott in des Olymps verklärte Räume nach. (Herzog)

begraebnis-017
Großer Männer Grab ist die ganze Erde.

begraebnis-016
Ich will kein ander Wort auf meinem Leichstein haben als dies: Der Kern ist weg, die Schalen sind vergraben.

begraebnis-015
Hier ruht ein Wahrheitsfreund: Wenn dies dir, Leser, seltsam scheint, so wisse nur, man schrieb es her, damit die Grabschrift lügt wie er.

begraebnis-014
Die Lüge, Mensch, ist dein Vergnügen du lehrst sogar die Steine lügen.

begraebnis-013
Wie? Hundert Gulden wollt ihr haben, um meine Frau mir zu begraben? Das ist zu arg, bei meiner Ehre, fast wünscht' ich, daß sie nicht gestorben ware.

begraebnis-012
Ist's christlich, Christenvolk, dem Gott den Himmel schenkt, daß dich nicht ohn' Entgelt man in die Erde senkt?

begraebnis-011
Ich habe mich wohl in acht genommen, weder Herder, Schiller, noch die verwitwete Frau Herzogin Amalia im Sarge zu sehen. Der Tod ist ein sehr mittelmäßiger Porträtmaler. Ich will ein seelenvolleres Bild als seine Masken von meinen sämtlichen Freunden im Gedächtnis aufbewahren.

begraebnis-010
O Redner! Dein Gesicht zieht jämmerliche Falten, indem dein Maul erbärmlich spricht. Eh' du mir sollst die Leichenrede halten, wahrhaftig, lieber sterb' ich nicht!

begraebnis-009
Ob einem reiche Totengabe wird zuteil, das ist nur eitle Prahlerei der Lebenden.

begraebnis-008
Doch aber ist so viel nicht an, ob ich gesellt, ob einsam liege. Herr! Wenn mein Geist nur stehen kann und ich vor deinem Richtstuhl siege.

begraebnis-007
Neben denen dereinst zu ruhen, die man liebt, ist die angenehmste Vorstellung, welche der Mensch haben kann, wenn er einmal über das Leben hinausdenkt. Zu den Seinigen versammelt werden, ist ein so herzlicher Ausdruck.

begraebnis-006
Man begräbt den Leib, aber man redet nicht über ihn.

begraebnis-005
Gedenkst du mich zu beweinen, wenn ich tot bin, dann bedaure mich lieber, solange ich noch am Leben bin!

begraebnis-004
Wenn des Richters Maulesel stirbt, geht jedermann zum Begräbnis. Wenn der Richter selber stirbt, geht niemand.

begraebnis-003
Bach, als seine Frau starb, sollte zum Begräbnis Anstalt machen. Der arme Mann war aber gewohnt, alles durch seine Frau besorgen zu lassen dergestalt, daß, da ein alter Bedienter kam und ihm für Trauerflor, den er einkaufen wollte, Geld abforderte, er unter stillen Tränen den Kopf auf einen Tisch gestützt, antwortete: "Sagt's meiner Frau!"

begraebnis-002
Hamlet: Warum sollte die Einbildungskraft nicht den edlen Staub Alexanders verfolgen können, bis sie ihn findet, wo er ein Spundloch verstopft? Horatio: Die Dinge so betrachten, hieße, sie allzu genau betrachten.

begraebnis-001
Sitzen ist besser als stehen, liegen ist besser als sitzen, aber das Beste ist tot sein.

Seite 0 Zur Kartenübersicht Seite 0
Über eine nette Grußkarte freut sich jeder