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Zitat Grusskarten: b-briefe

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briefe-017
Wenn wir einen Brief, den wir unter gewissen Umständen geschrieben und gesiegelt haben, der aber den Freund, an den er gerichtet war, nicht antrifft, sondern wieder zu uns zurückgebracht wird, nach einiger Zeit eröffnen, überfällt uns eine sonderbare Empfindung, indem wir unser eignes Siegel erbrechen und uns mit unserem veränderten Selbst wie mit einer dritten Person unterhalten.

briefe-016
Wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, sagte Balzac einmal von einem langen Briefe, so wäre er gewiß kürzer geworden.

briefe-015
Unter viel Verhaßtem ist mir das Schreiben das Verhaßteste. (Egmont)

briefe-014
Wenn die Alten ihre Briefe mit den Worten "si vales bene est, ego valeo" anzufangen pflegten, so täte ich wohl, auch eine solenne Formel über den Eingang meiner Briefe zu setzen, die eine Entschuldigung meines Stillschweigens ausdrückte, zum Beispiel: ignoscas tarde scribenti.

briefe-013
Ich weiß von alters her, daß man entfernten Freunden gar nicht schreibt, wenn man darauf warten will, bis man ihnen etwas zu schreiben hat.

briefe-012
Wenn ich im Zimmer auf- und abgehe, mich mit entfernten Freunden laut unterhalten kann und eine vertraute Feder meine Worte auffängt, so kann etwas in die Ferne gelangen. Mich hinzusetzen und selbst zu schreiben, hat etwas Peinliches und ängstliches, das mir den guten Humor, ja ich möchte beinah sagen die Vertraulichkeit lähmt.

briefe-011
Wir denken, daß das Briefeschreiben für die nicht erfunden ist, die sich mündlich miteinander unterhalten können, sobald sie wollen. (Franziska)

briefe-010
Der Brief ist eine Art von Selbstgespräch. Oft wird ein Freund, an den man schreibt, mehr der Anlaß als der Gegenstand des Briefes.

briefe-009
Ein Brief errötet nicht. Aber er vergilbt.

briefe-008
Nähmen wir uns die Mühe, aus den Briefen unserer Freunde eigentümliche Bemerkungen, originelle Ansichten, flüchtige geistreiche Worte auszuzeichnen, so würden wir sehr reich werden. Briefe hebt man auf, um sie nie wieder zu lesen. Man zerstört sie zuletzt einmal aus Diskretion, und so verschwindet der schönste unmittelbare Lebenshauch.

briefe-007
In der Sphäre, in der ich mich gegenwärtig befinde, bringt man beinahe soviel Zeit zu, seinen Verwandten und Freunden dasjenige mitzuteilen, womit man sich beschäftigt, als man Zeit sich zu beschäftigen hatte.

briefe-006
Der Brief ist ein unangemeldeter Besuch, der Briefbote der Vermittler unhöflicher überfälle. Man sollte alle acht Tage eine Stunde zum Briefempfangen haben und danach ein Bad nehmen.

briefe-005
Wer seine eigene aufrichtige Gesinnung gegen eine Person belauschen will, gebe acht auf den Eindruck, den ein unerwarteter Brief durch die Post von ihr bei seinem ersten Anblick macht.

briefe-004
Unsere Briefe aber sind infolge der Schnelligkeit des Verkehrs und des billigen Portos so furchtbar inhaltslos geworden, daß man geistreiche Briefe wie in früheren Kulturperioden gar nicht mehr findet.

briefe-003
Um einen guten Liebesbrief zu schreiben, mußt du anfangen, ohne zu wissen, was du sagen willst, und enden, ohne zu wissen, was du gesagt hast.

briefe-002
Epistola non erubescit. Ein Brief errötet nicht.

briefe-001
Briefe leben, atmen warm und saugen mutig, was das bange Herz gebeut. Was die Lippen kaum zu stammeln wagen, das gestehn sie ohne Schüchternheit.

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Über eine nette Grußkarte freut sich jeder