Dasselbe Tor, durch welches der Despotismus und die Willkür einziehen, steht auch dem auswärtigen Feind offen.
Die Vernunft ist immer republikanisch, aber die Menschen scheinen, wenn man die Synopse ihrer Geschichte nimmt, doch durchaus zum Despotismus geboren zu sein.
Wenn ihr Schweres erfuhrt durch eigene Schuld und Verkehrtheit, klagt um euer Geschick nicht die Unsterblichen an, selbst ja zogt ihr sie groß und machtet sie stark, die Tyrannen, und nun seufzt ihr dafür unter dem schmählichen Joch.
Pickt ein Huhn an einem Knochen, so ist der Hund damit einverstanden.
Der despotische Thron ist die hervorragende Turmspitze eines von Bergen verschütteten Dorfes.
Ein Tyrann ist durch seine Spione und Kreaturen überall.
Es ist nur noch ein Ungeheuer, welches gräßlicher ist als Tyrannenunvernunft: Die Volkswut. Nur die Furcht vor der letzten macht die erste erträglich.
Es gibt keine grausamere Tyrannei als die, welche unter dem Deckmantel der Gesetze und mit dem Scheine der Gerechtigkeit ausgeübt wird denn das heißt sozusagen Unglückliche auf der Planke ertränken, auf die sie sich gerettet haben.
Adolf Hitler mag in seinen Anfängen in ehrlicher Verbohrtheit gehandelt haben. Heute ist er nur noch eine Kreatur der Industrie.
Die Despotie stempelt gewöhnlich die Begriffe wie die Münze.
Der Tyrann fällt den Geist früher als den Körper an. Ich meine, er versucht, seine Sklaven vorher dumm zu machen, ehe er sie elend macht, weil er weiß, daß Leute, die einen Kopf haben, ihre Hände damit regieren und sie gegen den Tyrannen aufheben.
Wer könnte noch von einem Staate sprechen, wenn durch die Grausamkeit eines einzigen alle unterdrückt werden und nicht ein Band des Rechts alle gemeinsam verbindet?
Wo das Recht endet, beginnt Tyrannis.
Herrscher heißt, wer herrscht nach eignem Willen. (Leopold)
Der König will seinen Willen. (Alba)
Der Despotismus fördert die Autokratie eines jeden, indem er von oben bis unten die Verantwortlichkeit dem Individuum zumutet und so den höchsten Grad der Tätigkeit hervorbringt.
Wo es keine Sklaven gibt, da gibt es keine Tyrannen.
Warum denn wäre Cäsar ein Tyrann? Der arme Mann! Ich weiß, er wär kein Wolf, wenn er nicht säh', die Römer sind nur Schafe. (Cassius)
Einen Tyrannen zu hassen vermögen auch knechtische Seelen, nur wer die Tyrannei hasset, ist edel und groß.
Eine Grenze hat Tyrannenmacht: Wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden, wenn unerträglich wird die Last, greift er hinauf getrosten Mutes in den Himmel und holt herunter seine ew'gen Rechte, die droben hangen unveräußerlich und unzerbrechlich wie die Sterne selbst. (Stauffacher)
Wenn der Usurpator auch ein Weilchen das Szepter führt, der Himmel ist gerecht, und von der Zeit wird Unrecht erdrückt. (Margaretha)
Nichts, was gegen die Wünsche der Mehrheit ist, kann sich auf die Dauer behaupten. So wird es sich also kaum ereignen, daß sich die Herrschaft eines Tyrannen auf lange Zeit erstreckt.
Auf Bajonette kann man sich stützen. Aber man kann nicht darauf sitzen.
Mit Mord muß herrschen, wer den Thron geraubt. (Afanassei)
Wer über Nacht zu einer Krone kommt, der pflegt die besten Perlen schon vor Tag als Trinkgeld an die Schreier wegzuschenken. (Schuiskoi)
Ein Zepter, mit verwegener Hand ergriffen, wird ungestüm behauptet, wie erlangt, und wer auf einer glatten Stelle steht, verschmäht den schnödsten Halt zur Stütze nicht. (Pandulpho)
Er ist Tyrann, und Furcht, die ihn verzehrt, wird schwächer nicht, nur durch die Zeit vermehrt. (Perikles)
So sind den Tyrannen immer die Tüchtigen verdächtiger als die Untüchtigen. Jede fremde Tugend ist ihnen ein Grund zur Furcht.
Wollen die Wilden in Luisiana Früchte haben, so fällen sie den Baum an der Wurzel und sammeln die Früchte. Das ist die despotische Regierung.
Oderint, dum metuant. Mögen sie mich hassen, wenn sie mich nur fürchten.
Es ist groß, des Riesen Kraft besitzen, doch tyrannisch, dem Riesen gleich sie brauchen. (Isabella)