Schlecht steht es um den Schüler, der seinen Meister nicht überflügelt.
Des Schülers Kraft entzündet sich am Meister doch schürt sein jugendlicher Hauch zum Dank des Meisters Feuer auch.
Es ist gewiß besser, eine Sache gar nicht studiert zu haben, als oberflächlich. Denn der bloße gesunde Menschenverstand, wenn er eine Sache beurteilen will, schießt nicht so sehr fehl als die halbe Gelehrsamkeit.
Zuviel Zeit auf Studien verwenden ist Faulheit.
Wir behalten von unseren Studien am Ende doch nur das, was wir praktisch anwenden.
Gesagt ist nicht gehört. Gehört ist nicht verstanden. Verstanden ist nicht einverstanden. Einverstanden ist nicht behalten. Behalten ist nicht angewandt. Angewandt ist nicht beibehalten.
Lernen muß man mit dem ganzen Körper.
Studium ist Balsam gegen die Leidenschaft.
In der Welt lernt der Mensch nur aus Not oder überzeugung.
Von einem bestimmten Alter an schließt sich der menschliche Geist, und man lebt von seinem intellektuellen Fett.
Je mehr wir in uns aufnehmen, um so größer wird unser geistiges Fassungsvermögen.
Jeder, der aufhört zu lernen, ist alt, mag er zwanzig oder achtzig Jahre zählen. Jeder, der weiterlernt, ist jung, mag er zwanzig oder achtzig Jahre zählen.
Lernen heißt sich selbst beschenken.
Das Leben um der Erkenntnis willen ist vielleicht etwas Tolles, aber doch ein Zeichen von Frohmütigkeit. Der Mensch dieses Willens ist so lustig anzusehen wie ein Elefant, welcher versucht, auf seinem Kopfe zu stehen.
Die Lernfähigkeit ist eine Angelegenheit der geistigen Haltung und nicht des Alters.
Dem grauen Scheitel fällt das Lernen schwer.
Das Menschenleben ist eine ständige Schule.
Wenn du die wahre Beschaffenheit von irgendetwas kennenlernen willst, so überlasse es der Zeit! Im Vorüberströmen sieht man nichts genau und erkennt nichts.
Von dem, was du erkennen und messen willst, mußt du Abschied nehmen, wenigstens auf eine Zeit. Erst wenn du die Stadt verlassen hast, siehst du, wie hoch sich ihre Türme über die Häuser erheben.
Die Weltleute sind mittelmäßig und findig zugleich denn sie beschäftigen sich viel mit Personen und wenig mit Sachen. Bei Menschen höheren Ranges verhält es sich umgekehrt.
Der Mann fragt Bücher, Freunde Welterfahrung. Das Weib vernimmt des Herzens Offenbarung.
Wem zu glauben ist, redlicher Freund, das kann ich dir sagen: Glaube dem Leben! Es lehrt besser als Redner und Buch.
Es ist wichtiger, Menschen zu studieren als Bücher.
Dschu Ping Mau gab sein ganzes Vermögen dafür hin, von Meister Dschi Li Yi das Drachentöten zu erlernen. Nach drei Jahren war er in dieser Kunst bewandert, doch gab es nirgends eine Gelegenheit, seine Geschicklichkeit zu zeigen.
Was unerforschlich ist gemeinem Sinn, das ist des Studiums göttlicher Gewinn. (Biron, König)
Narren lernen, wenn sie lernen, auf eigene Kosten. Der Kluge lernt auf Kosten der Narren.
Zuerst belehre man sich selbst, dann wird man Belehrung von andern empfangen.
Ein Knabe lernt nur von geliebten Lehrern gerne. Du aber sei ein Mann, auch von verhaßten lerne!
Ein ander Vergnügen als das zu lernen, laß ich nicht gelten.
Fürstenkinder lernen nichts gründlich, außer vielleicht das Reiten: Das Pferd ist weder ein Schmeichler noch eine Hofschanze und wirft den Sohn Königs ebensogut ab wie den Sohn des Karrenschiebers.
Wer ist Meister? Der was ersann. Wer ist Geselle? Der was kann. Wer ist Lehrling? Jedermann.