Man sagt "in jungen Jahren" und "in alten Tagen": Weil die Jugend Jahre und das Alter nur noch Tage vor sich hat.
Am Stirnhaar laß den Augenblick uns fassen denn wir sind alt, und unsre schnellsten Schlüsse beschleicht der unhörbare, leise Fuß der Zeit. (König)
Es liegt in dem Alter selbst, daß man die Flüchtigkeit der Zeit beschleunigt findet. Je weniger man zustandebringt, desto kürzer scheint sie.
Die alten Menschen: Wohl sind sie lange Schatten, und ihre Abendsonne liegt kalt auf der Erde, aber sie zeigen alle nach Morgen.
Unter den Menschen sind die Alten besten, unter den Kleidern die neuen.
Gold und Lachen können das Alter zur Jugend machen.
Und sind die Blumen abgeblüht, so brecht der äpfel goldne Bälle! Hin ist die Zeit der Schwärmerei, nun schätzet endlich das Reelle!
Ich habe nicht den zähen Eigensinn der alten Leute. Ich bin geschmeidig wie ein Aal, lebhaft wie eine Eidechse und immer auf dem Sprung wie ein Eichhörnchen. Sobald man mir eine Dummheit nachgewiesen hat, setze ich schnell eine andere an ihre Stelle.
Alter schützt vor Torheit nicht: Mit diesem Wort macht man sich über das Alter lustig und bedenkt nicht, daß gerade die Fähigkeit, noch Torheiten begehen zu können, ein Trost und eine Quelle des Glücks für die Alten ist.
Je älter man wird, desto törichter und weiser wird man.
Der Vorteil des Alters liegt darin, daß man die Dinge nicht mehr begehrt, die man sich aus Geldmangel früher nicht leisten konnte.
Nun wüßt ich nicht, was dir Besondres bliebe? Mit bleibt genug! Es bleibt Idee und Liebe!
Was die Zeit dem Menschen an Haar entzieht, das ersetzt sie ihm an Witz. (Dromio von Syrakus)
Der Abend des Lebens bringt seine Lampe mit.
Wenige Leute verstehen, alt zu sein.
Das Alter ist ein höflich Mann: Einmal übers andre klopft er an. Aber nun sagt niemand "Herein!", und vor der Türe will er nicht sein. Da klinkt er auf, tritt ein so schnell, und nun heißt's, er sei ein grober Gesell.
Das Greisenalter, das alle zu erreichen wünschen, klagen alle an, wenn sie es erreicht haben.
In der Regel fängt man mit fünfzig an, der Welt satt zu werden. Mit sechzig ist die Welt müde an uns.
Nichts macht schneller alt als der immer vorschwebende Gedanke, daß man älter wird.
Um alt zu werden, darf man keine Grundsätze haben.
Einem bejahrten Manne verdachte man, daß er sich noch um junge Frauenzimmer bemühte. Es ist das einzige Mittel, versetzte er, sich zu verjüngen, und das will doch jedermann.
Denn nie in meiner Jugend mischt' ich mir heiß und aufrüherisch Getränk ins Blut, noch ging ich je mit unverschämter Stirn den Mitteln nach zu Schwäch' und Unvermögen. Drum ist mein Alter wie ein frischer Winter, kalt, doch erquicklich. (Adam)
In der langen Nacht des Mittelalters war Glaube der Nordschein.
Zu allen Zeiten sind es nur die Individuen, welche für die Wissenschaft gewirkt, nicht das Zeitalter. Das Zeitalter war's, das den Sokrates durch Gift hinrichtete, das Zeitalter, das Hussen verbrannte. Die Zeitalter sind sich immer gleich geblieben.
Jedem Jahrhundert sendet der Unendliche einen bösen Genius zu, der es versuche.
Die Lebenskraft eines Zeitalters liegt nicht in seiner Ernte, sondern in seiner Aussaat.
Jede Epoche ist unmittelbar zu Gott, und ihr Wert beruht gar nicht auf dem, was aus ihr hervorgeht, sondern in ihrer Existenz selbst.