Der Fanatismus ist verderblicher als der Atheismus.
Die gewöhnlichen Menschen trachten, so scheint es wenigstens, nach nichts weniger als nach einem der heiligen Schrift entsprechenden Leben. Vielmehr sehen wir, daß sie fast alle ihre Hirngespinste für Gottes Wort ausgeben und nur darauf bedacht sind, unter dem Deckmantel der Religion andere Leute zu zwingen, daß sie denken wie sie selbst.
Die Grausamkeit gehört zu den ältesten Festfreuden der Menschheit. Folglich denkt man sich auch die Götter erquickt und festlich gestimmt, wenn man ihnen den Anblick der Grausamkeit anbietet. Und so schleicht sich die Vorstellung in die Welt, daß freiwillige Leiden, die selbsterwählte Marter einen guten Sinn und Wert haben.
Siccus ist ein frommer Mann, und es geht die Sage, wenn er nichts zu beißen hat, fast' er manche Tage.
Des Buhlens satt will Martha nun, ihr Brüder, sich bloß dem Dienst des Himmels weihn. Der Teufel wird dabei nicht sehr gefährdet sein: Zwar eine Metze geht ihm ein, doch eine Heuchlerin ersetzt sie reichlich wieder.
Die Frömmelei des einen Teils der vornehmen Weiber fließt aus derselben Quelle wie die Koketterie des andern Teils: Müßiggang und Langeweile. Sie vertrödeln den Tag an der geistlichen Toilette wie die andern an der leiblichen. Der Beichtvater ist ihre Marchande de modes, die Beichte ihr Ankleidspiegel, Kirchgänge sind ihre Rendezvous, Haß und Verfolgung Andersdenkender ihre Eifersüchteleien und dépits amoureux.
Wie der Adel, so bilden auch die Frommen eine gewisse Aristokratie.
Der heilige Benedikt wollte, daß die Menschen auf Erden so glücklich werden wie möglich - und gerade noch in den Himmel kommen.
Fromm ist der, für den es etwas Heiliges gibt.
Das Fromme ist ein Teil des Gerechten.
Alltagsmenschen suchen den Himmel. Sonntagsmenschen aber, die tiefen und auserwählten Geister, suchen Gott.
Mensch, gibst du Gott dein Herz, er gibt dir seines wieder: Ach, welch ein wertrer Tausch! Du steigest auf, er nieder.
In ihm sei's begonnen, der Monde und Sonnen an blauen Gezelten des Himmels bewegt. Du, Vater, du rate! Lenke du und wende! Herr, dir in die Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt!
Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt: Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.
Als hohe in sich selbst verwandte Mächte in heilger Ordnung bildend sich gereiht, entzündete im wechselnden Geschlechte die Liebe lebende Beweglichkeit und ward im Beten tief geheimer Nächte dem Menschen jene Fremde eingeweiht. Ein stilles Heimweh ist mit dir geboren, hast du gleich früh den Wanderstab verloren.
Die Scheinheiligen sind Märtyrer des Teufels.
Mit der Andacht Mienen und frommem Wesen überzuckern wir den Teufel selbst. (Polonius)
Frömmigkeit ist kein Zweck, sondern ein Mittel, um durch die reinste Gemütsruhe zur höchsten Kultur zu gelangen. Deswegen läßt sich bemerken, daß diejenigen, welche Frömmigkeit als Zweck und Ziel aufstecken, meistens Heuchler werden.
Die meisten Freunde verleiden einem die Freundschaft, die meisten Frommen die Frömmigkeit.
Der kleine Geist, fand er in Gott die Ruh, schließt vor der Welt sich ängstlich bangend zu. Der große strebt, gestählt an Kraft und Sinnen, die Welt für Gott erobernd zu gewinnen.
Warum sind die Frommen, die Andächtigen, so hart, so widerlich, so ungesellig? Sie haben sich zu leisten auferlegt, was ihnen nicht natürlich ist. Sie leiden, und wenn man leidet, macht man andere leiden.
Ich glaube nicht, daß die sogenannten frommen Leute gut sind, weil sie fromm sind, sondern fromm, weil sie gut sind.
Es trägt der echte Christ dem Glauben nicht am Rocke und hängt die Frömmigkeit nicht an die große Glocke (Cléante)
Wer kein Geld hat, dem hilft nicht, daß er fromm ist.
Und was kein Verstand der Verständigen sieht, das übet in Einfalt ein kindlich Gemüt.
Weit besser für das Heil der Welt ist frommer Irrtum, der erhält, als kalte Weisheit, die zerstöret.
Gäbe es einen Moment, wo wir Gott ganz und durchaus lieben könnten, so bräche die Welt zusammen.
Gottes Haustür ist immer offen.
Wer Gott liebt, schmeckt schon hier seins Geistes Süßigkeit, wer aber ihn nur fürcht', der ist davon noch weit.
Pietät ist nicht Liebe, sondern Unterwerfung. Eine furchtsame Tugend.
Es gibt schlechterdings keine bessere Art, Gott zu verehren, als die Erfüllung seiner Pflichten und das Handeln nach Gesetzen, die die Vernunft gegeben hat.