Wer ein Buch zusammenstellt mit hilfreicher Weisheit, erdacht von anderen Köpfen, leistet der Menschheit einen größeren Dienst als der Verfasser eines Epos der Verzweiflung.
Zitate in meiner Arbeit sind wie Räuber am Weg, die bewaffnet hervorbrechen und dem Müßiggänger die überzeugung abnehmen.
Will man ein Aphorismenbuch lesen, ohne sich zu langweilen, so soll man es auf gut Glück aufschlagen und es weglegen, wenn man Interessantes gefunden hat, um nachzudenken.
Alte Worte sind weise Worte.
Der Aphorismus will nicht Dumme gescheit, sondern Gescheite nachdenklich machen.
Aphorismen sind Telegramme von einer Forschungsexpedition ins Nächstliegende.
Ein Aphorismus ist der letzte Ring einer langen Gedankenkette.
Sprichwörter sind die Spiegel der Denkart einer Nation.
Eine Redensart ist nur ein lederner Handschuh für einen witzigen Kopf: Wie geschwind kann man die verkehrte Seite herauswenden! (Narr)
Die Sprichwörter leben in ewigem Krieg wie alle Regeln, die nicht der Untersuchungsgeist, sondern die Laune gibt.
An Sittensprüchen hat der Arge sein Vergnügen, nicht um danach zu tun, doch um damit zu trügen.
Sprichwörter sind der Schmuck der Rede.
Eine Sammlung von Anekdoten und Maximen ist für den Weltmann der größte Schatz, wenn er die ersten an schicklichen Orten ins Gespräch einzustreuen, der letzten im treffenden Falle sich zu erinnern weiß.
Wenig große Lieder bleiben, mag ihr Ruhm auch stolzer sein, doch die kleinen Sprüche schreiben sich ins Herz des Volkes ein, schlagen Wurzel, treiben Blüte, tragen Frucht und wirken fort. Wunder wirkt oft im Gemüte ein geweihtes Dichterwort.