Grusskarten Kopfbild

Zitat Grusskarten: s-schreiben

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schreiben-008
Mir tut jeder Mensch leid, der nicht genug Phantasie hat, um ein Wort mal so und mal so zu schreiben.

schreiben-007
Viele Schlauköpfe wissen sogar aus Handschriften weit mehr herauszulesen als bloße Buchstaben und mehr als aus Gesichtern. Sie sehen in den vollen runden Buchstaben des Römers seine Manneskraft und Beharrlichkeit, in den Wellenlinien und Schlangenzügen des Griechen seinen Schönheitssinn und seine Verschlagenheit, in der viereckigen Schrift des Germanen seine Geradheit und Festigkeit und in der bilderreichen Schrift des Morgenländers seine regellose Einbildungskraft.

schreiben-006
Da mir die sinnliche Anschauung durchaus unentbehrlich ist, so werden mir vorzügliche Menschen durch ihre Handschrift auf eine magische Weise vergegenwärtigt. Solche Dokumente ihres Daseins sind mir, wo nicht ebenso lieb als ein Portrait, doch gewiß als ein wünschenswertes Supplement oder Surrogat desselben.

schreiben-005
Es war nicht Schillers Sache, mit einer gewissen Bewußtlosigkeit und gleichsam instinktmäßig zu verfahren, vielmehr mußte er über jedes, was er tat, reflektieren woher es auch kam, daß er über seine poetischen Vorsätze nicht unterlassen konnte, sehr viel hin und her zu reden, so daß er alle seine späteren Stücke Szene für Szene mit mir durchgesprochen hat.

schreiben-004
Ich habe nun auch das ganze Manuskript des zweiten Teiles (Faust) heute heften lassen, damit es mir als eine sinnliche Masse vor Augen sei. Die Stelle des fehlenden vierten Aktes habe ich mit weißem Papier ausgefüllt, und es ist keine Frage, daß das Fertige anlocket und reizet, um das zu vollenden, was noch zu tun ist. Es liegt in solchen sinnlichen Dingen mehr, als man denkt, und man muß dem Geistigen mit allerlei Künsten zu Hülfe kommen.

schreiben-003
Nie konnte ich etwas schaffen mit der Feder in der Hand vor einem Tisch und Papier. Auf den Spaziergängen zwischen Feldern und Bäumen, nachts in meinem Bett, während der Schlaf mich flieht, schreibe ich in meinem Gehirn.

schreiben-002
Man darf den Leser nicht voraussehen lassen, was man ihm sagen will, aber man muß ihn dazu bringen, den Gedanken selbst zu finden denn dann achtet er uns, weil wir denken wie er, aber später als er.

schreiben-001
Gewöhnen Sie sich, wenn Sie einmal dichten wollen und müssen, ohne Zagen und Wählen niederzuschreiben, was Ihnen zu Mund und Feder fließt.

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Über eine nette Grußkarte freut sich jeder